Was wäre, wenn die Standardisierung des Ausgießens mehr verbessern könnte als nur das Ausgießen selbst?
Pathologielabore stehen zunehmendem unter Druck. Die Fallzahlen steigen kontinuierlich, der Fachkräftemangel bleibt bestehen, und die Erwartungen hinsichtlich der Durchlaufzeiten und der Qualität sind höher denn je. Dennoch ist die Einbettung der Patientengewebeprobe, einer der kritischsten Schritte im histologischen Workflow, nach wie vor stark von der individuellen Arbeitsweise des jeweiligen Mitarbeiters abhängig.
Variabilität während des Einbettprozesses kann die Gewebeorientierung, den Erhalt von Gewebefragmenten, den Aufwand für das Trimmen, die Qualität der Schnitte, die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter und letztlich die diagnostische Sicherheit beeinflussen. Die Auswirkungen beschränken sich nicht auf die Einbettung selbst, sondern setzen sich entlang des gesamten nachgelagerten Workflows fort.
Dies wirft eine wichtige Frage auf: Wenn der Ausgießprozess standardisiert werden kann, welche Auswirkungen hätte dies auf den restlichen Laborprozess?
Neue Erkenntnisse aus der routinemäßigen Pathologiepraxis


Eine unabhängige Studie von Gambella et al. untersuchte die Auswirkungen der automatisierten Einbettung anhand von 354 Routineproben in einem Pathologielabor in Genua, Italien. Anstatt sich ausschließlich auf den Einbettungsprozess zu konzentrieren, analysierten die Forschenden den tatsächlichen manuellen Zeitaufwand der Mitarbeitenden entlang des gesamten Workflows, einschließlich der Vorbereitung, Einbettung, des Trimmens und des Schneidens.
Wichtig ist, dass die Studie die Arbeitszeit der Mitarbeitenden und nicht die Laufzeit der Geräte erfasste. Das Ziel war klar: zu prüfen, ob Automatisierung den manuellen Aufwand reduzieren und Effizienzgewinne über die Einbettungsstation hinaus ermöglichen kann.
Die Ergebnisse zeigen, dass die automatisierte Einbettung deutliche Verbesserungen über mehrere Prozessschritte hinweg bewirken kann.
Bis zu 55 % weniger manueller Arbeitsaufwand für die Mitarbeiter
Die Studie zeigte signifikante Reduzierungen der manuellen Arbeitszeit bei allen untersuchten Probenarten.
| Endoskopische Biopsien | Nadelbiopsien | TURB-/TURP-Präparate |
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Diese Verbesserungen wurden über die im Studiendesign erfassten Workflow-Schritte hinweg gemessen, einschließlich Trimmen und Schneiden, und nicht ausschließlich während der Einbettung.
Warum die Auswirkungen weit über die Einbettung hinausgehen
Der Nutzen der automatisierten Einbettung liegt nicht nur in der Zeitersparnis an einem einzelnen Arbeitsplatz. Durch die Reduzierung der Variabilität und die Standardisierung der Gewebeorientierung können Labore in nachgelagerten Prozessen konsistentere Ergebnisse erzielen. Laut der Studie trug die automatisierte Einbettung zu folgenden Verbesserungen bei:
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Die Studie zeigte zudem operative Vorteile, darunter eine durchgängig eingehaltene Durchlaufzeit von 48 Stunden sowie die Aufarbeitung zuvor zurückgestellter Fälle.
Wenn Variabilität frühzeitig aus dem Workflow entfernt wird, werden die nachfolgenden Prozessschritte vorhersehbarer und effizienter.
Von der Standardisierung zur operativen Exzellenz
Für Pathologielabore ist Standardisierung kein Selbstzweck. Sie bildet die Grundlage für Skalierbarkeit, Effizienz und Vertrauen.
Die Ergebnisse dieser Studie zeigen vier zentrale Bereiche auf, in denen die automatisierte Einbettung die Leistungsfähigkeit von Laboren unterstützen kann:
Standardisieren
Reduzieren Sie die Abhängigkeit von individuellen Arbeitsweisen und stellen Sie sicher, dass Proben konsistent verarbeitet werden, unabhängig davon, wer die Aufgabe ausführt.
Optimieren
Gewinnen Sie wertvolle Arbeitszeit beim Trimmen, Schneiden und weiteren Prozessschritten zurück, sodass Ressourcen dort eingesetzt werden können, wo sie den größten Mehrwert schaffen.
Skalieren
Bewältigen Sie steigende Fallzahlen, ohne den Personalbedarf im gleichen Maß erhöhen zu müssen, und sichern Sie so den Durchsatz bei wachsender Nachfrage.
Vertrauen schaffen
Verbessern Sie die Gewebeorientierung und den Erhalt von Gewebefragmenten, reduzieren Sie Nachschnitte und erhöhen Sie die Konsistenz der diagnostischen Beurteilung.
Die in der Studie untersuchte Pathologieabteilung verarbeitet mittlerweile rund 98 % ihrer Proben mittels automatisierter Einbettung und unterstreicht damit das Vertrauen in diesen Ansatz für die tägliche Routinepraxis.
Ein standardisierter Schritt. Nachhaltige Wirkung.
Automatisierung wird häufig lediglich als Ersatz für einen manuellen Arbeitsschritt betrachtet. Diese Studie legt jedoch eine breitere Perspektive nahe. Durch die Standardisierung der Einbettung können Labore mehrere nachgelagerte Prozessschritte positiv beeinflussen, Schwankungen im Arbeitsaufwand reduzieren und Kapazitäten dort schaffen, wo sie am dringendsten benötigt werden.
Für Labore, die ihre Effizienz steigern möchten, ohne Kompromisse bei der Qualität einzugehen, kann die automatisierte Einbettung Vorteile bieten, die weit über die Einbettungsstation hinausgehen.
Literatur
Gambella A, Zito L, Bottaro C, et al. Automated paraffin embedding of tissue samples significantly reduces overall workflow time in routine pathology practice. Pathologica. 2026.
EMWEB0034DE Rev.01
